Ulrich Wortmann stresscontainer

Ulrich Wortmann stresscontainer
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"Ulrich Wortmann stresscontainer"

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Immer noch verliebt? Dann sollten Sie sich diesen Roman anschauen. Gerade nicht verliebt? Dann eignet sich Ulrich Wortmanns »Stresscontainer« vielleicht zum Auffrischen alter Erinnerungen.

Ein Liebesroman? Keineswegs! »Stresscontainer« ist ein Buch über den urbanen Menschen. Hamburg ist der Schnellkochtopf, in den es die Protagonisten verschlagen hat, die modernen Zeiten sind die Feuerstelle, auf dem er steht. Zerrissen zwischen Supermarkt, Kneipe, gelegentlichen McJobs und den unzulänglichen Versuchen, Liebe zu erfahren, treiben sie in einer Suppe aus Kommunikationsunfähigkeit und Clubbing dahin.

Der »Stresscontainer« legt ein rasantes Tempo vor, ist literarisches Fastfood im allerbesten Sinne. Die Kalorien bemerkt man erst, wenn das Hemd über dem Bauch spannt.

Ein klassisches »Jungsbuch«, das mit viel Charme, Melancholie und ironischem Schmunzeln die Verwirrungen beschreibt, die das weibliche Geschlecht in den Köpfen junger Männer hinterlässt. Manchmal helfen da nur nostalgische Abende mit alten Kumpels, wo man gemeinsam bei einem guten Bier die Erinnerungen an die idyllischen Modellbaujahre pflegen kann ...

Mehr zu »Stresscontainer« finden Sie unter www.stresscontainer.de!


Die Presse

»Ein bemerkenswerter Erstlingsroman, nach dessen knapper, ehrlicher, poetischer und rauhbauziger Sprache man süchtig werden kann.« (May Spils & Werner Enke, »Zur Sache Schätzchen«)

»Stresscontainer ist ein Konstrukt von perfid-raffinierter Hinterhältigkeit: So doppelbödig wie die Beziehung der Akteure ist die Schreibe.« (Eberhard Scharfenberg im NDR)

»(...) mit viel Witz und dieser Prise Melancholie, die einem intelligenten Buch zur nötigen Wahrhaftigkeit verhilft.« (Harald Braun in Allegra)

»Ganz freundlich winken aus seinem ›Stresscontainer‹ Jakob Arjounis Kayankaya oder die Helden von Jörg Fauser herüber, ganz ohne Greinen kommen der 40-jährige Wortmann und sein Hagen aus.« (taz)


Leseprobe

Eine Woche später haben Kolbenschmidt und ich den halben Abend im Königreich Schilleroper vertändelt, aber außer ein paar Popstars der Hamburger Schule und sie anhimmelnden Groupies mit vielen Pickeln im Gesicht nur Ödnis, unsere Blicke streifen sinnlos durch den Raum. Kolbenschmidt ist noch nicht über seine letzte Freundin hinweg.
»… Schluß gemacht?« sagt er, »Schluß gemacht wird heute nur noch in deutschen Vorabendserien. Heute hat jeder seine eigene Wohnung, seine eigene Dusche und sein eigenes Küchenstudio. Eine Beziehung besteht doch nur noch daraus, daß mal wir die Mondexpedition machen und beim Mädchen übernachten, und mal ist das Mädchen bei uns.«
»Wenn die Forschungsreisen vorbei sind,« sage ich, »hat man Schluß gemacht.«
Das läßt Kolbenschmidt erst einmal so stehen und nimmt noch einen Schluck.
»Und warum war jetzt bei dir das letzte Mal Schluß?« setze ich nach.
»Das weiß ich nach meinem nächsten Spontan-Alzheimer: wenn ich sie wieder unterirdisch fand und es noch mal bei ihr versucht habe.«
»So wie bei Gabi.«
»Oh Gott, Gabi.« Kolbenschmidt verdreht die Augen. »Egal. Ich meine, nach einer Retro-Nacht sollte man wissen, warum das Feuer aus ist.«
Kolbenschmidt trinkt aus und versucht ein neues Bier für uns zu ordern.
Sicher, Kolbenschmidt hat recht. Meistens spielt sich das heutzutage so ab. – Und wenn man in die Ex-Perle bis über beide Ohren verknallt ist? Aber ich will an diesem Abend meine alte Geschichte mit Marisol nicht auch noch durchkauen. Existiert Tegler überhaupt noch, oder hat sie den Planeten verlassen? Das beste Mittel gegen Herz-Schmerzen ist immer noch, sich in den Streßcontainer Großstadt zu begeben und bei ausreichender Betäubung einfach Gas zu geben. In der Gruppe macht man sich zuerst mit den Läden vertraut, das ist die Aufklärphase, und dann kommt wieder die unvermeidliche Entscheidungsschlacht mit den Mädels, die muß man ohne seine Kumpels führen. Aber allein vor die Tür, das ist und bleibt hart.
Kolbenschmidt hat es geschafft, die Bedienung bringt uns das Gewünschte. Holsten Edel heißt unser Mädel, aber das hat gedauert; wir alle wissen, wie kurz das Leben ist.
»Wenn jetzt der Vorhang aufgeht,« meint Kolbenschmidt in seinem gedehnten Norddeutsch, »und da läuft wieder nichts Anständiges ein, gehe ich noch heute Nacht zum Hauptbahnhof, kaufe mir DIE ZEIT und studiere Heiratsannoncen.«

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